VERBUND.NRW (2)

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Linda Reinhart © Urheberrecht: Martin Braun

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Linda Reinhart

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Vor dem Hintergrund der Ressourcen- und Umweltrelevanz der Bauindustrie (50 % des Gesamtrohstoffabbaus in Deutschland, über 50 % der Abfallmengen), der zunehmenden Urbanisierung mit steigender Nachfrage nach Wohnraum, des sanierungsbedürftigen Gebäudebestands sowie politischer Zielsetzungen befindet sich die gesamte Baubranche im Wandel.
Mit dem Einsatz von Verbundmaterialien können aufgrund der Kombination von Werkstoffeigenschaften komplexe funktionale, ökonomische und ökologische Anforderungen erfüllt werden. Dies führt u.a. in der Baubranche zu einer verstärkten Entwicklung und Einsatz komplexer multifunktionaler Hightech-Werkstoffe, die konventionelle Materialien in Zukunft ergänzen oder ersetzen werden. Verbundwerkstoffe werden dabei in allen Bereichen des Baugewerbes eingesetzt.
Bei der Umsetzung des Circular Economy Konzepts im Bauwesen, das auf den Werterhalt von Produkten, Stoffen und Ressourcen und die Reduzierung des Abfalls durch Wiederverwendung und Verwertung sowie der Berücksichtigung von externen Folgen für Mensch und Umwelt abzielt, muss der Einsatz der Verbundsysteme kritisch hinterfragt und über den gesamten Lebenszyklus untersucht werden. Durch oft untrennbare Verbindungen lassen sich die Werkstofffraktionen nicht mehr separieren und daher am Lebensende mit herkömmlichen Recyclingverfahren nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand zurückgewinnen. Eine weitere Herausforderung ist die mögliche Kontamination von klassischen Stoffströmen (z.B. mineralische Baustoffe) durch Verbundwerkstoffe, die Recycling dieser Stoffströme erschweren oder verhindern.
Deshalb soll im Rahmen des Forschungskollegs Verbund.NRW eine Validierung erfolgen, bei der ermittelt wird, wo und wie der Einsatz von Verbundsystemen nachhaltig, ressourceneffizient und kreislaufgerecht möglich ist.
Verbund.NRW adressiert die Validierung mit elf Promotionsvorhaben und zwei konkreten Anwendungsfällen aus der Praxis, die stellvertretend für das weite Anwendungsfeld der Verbundsysteme als gemeinsame inter- und transdisziplinäre Untersuchungsobjekte in „Transfer Labs“ betrachtet werden. In die Transfer Labs sind jeweils Praxispartner, sogenannte „Case Partner“ eingebunden, die die Untersuchungsräume und -objekte mit direktem Praxisbezug, z.B. über Materialien, Angaben zu Lieferketten oder Produktion, Kontakte für die Diskussion von Nachhaltigkeitsaspekten gegenüber Kunden, Lieferanten und anderen Stakeholdern, darstellen.

Forschungsschwerpunkte am Lehrstuhl für Controlling

Aufbauend auf den Ergebnissen der ersten Phase des Forschungskollegs (Verbund NRW 1) untersucht der Lehrstuhl im Rahmen des Forschungskollegs Methoden zur Erfassung der drei Nachhaltigkeitsperspektiven (ökologisch, ökonomisch, sozial) zum Zwecke einer umfassenden und ganzheitlichen Bewertung konkreter Baustoffe bzw. Geschäftsmodelle. Auf Basis dieser Bewertungen sollen anschließend spezifische Handlungsempfehlungen für Wissenschaft und Praxis abgeleitet werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Projekts (www.verbund-nrw.de).

  Projektbild  

Abbildung: Aufbau und Einbindung der Akteure im Forschungskolleg Verbund.NRW

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